Aufgewacht

Heute vor einem Jahr bin ich nach meiner Hirn-OP auf der Intensivstation aufgewacht. Die Erinnerungen daran sind in einzelne Bröckchen verpackt. Ein zusammenhängende Zeitspanne startet erst ca. 3 Tage nach der OP.
Die Bilder sind verschleiert, das Zimmer eher dunkel, vermutlich waren das die Reste der Narkose. Das erste an was ich mich erinnern kann, ist die Tatsache, dass ich meinen Kopf nicht gerade halten konnte, er kippte immer nach rechts oder links. Nachdem ich das äußere, fixiert mir irgendjemand meinen Kopf mit je einem Kissen links und rechts. An Personen und Gesichter kann ich mich gar nicht erinnern. Dankeschön an die umsorgende Betreuung!
Irgendwann gibt es Frühstück: Kaffee aus der Schnabeltasse und Vanillepudding. Wie der in meinen Mund gekommen ist, keine Ahnung.
Etwas deutlicher kann ich mich an den Besuch meines Operateurs erinnern. Er stand am Fußende meines Bettes und wollte, dass ich den linken Fuß und den linken Arm mal bewege. Nur Minibewegungen habe ich hinbekommen, aber er meinte, es sei schon viel besser als gestern abend. Nach der OP hätte es gar nicht funktioniert. Mit meinem vernebelten Gehirn habe ich gestuzt, aber richtige Sorgen konnte ich mir darüber nicht machen.
Am späten Vormittag hat man mich wieder auf mein Zimmer geschoben, wo meine am Vortag operierte Zimmernachbarin mich begrüsste. Die nächsten 2 Tage verschwinden überwiegend im Nebel der Erinnerungen. Besuche meines Mannes und meiner Tochter, Krankengymnastik mit Schuh anziehen lernen und ersten unsicheren Schritten. Klo gehen mit Begleitung, weil ich alleine noch gar nicht so weit kam. Das erste mal sogar mit männlicher!!! Begleitung, das wollte ich schon immer mal. Danke an Ronny, den besten Pfleger der Welt! Und nachts musste ich klingeln, wenn ich mich im Bett rumdrehen wollte, weil ich es alleine und ohne Unterstützung durch den linken Arm nicht geschafft habe.