Neues Jahr – altes Spiel!
Heute morgen bin ich aufgewacht und hatte Angst. Nicht das erste Mal. Dieses Gefühl kenne ich, ich fühle mich einfach unwohl und in mir versucht eine diffuse Angst die Oberhand zu gewinnen. Damit bin ich nicht einverstanden! Ein Mittel: Fernsehen gucken, damit kann ich aus mir flüchten. Reicht mir aber nicht, weil das nur ein Versteckspiel ist. Ich weiß, dass die Sorgen und Gefühle hinter meinen Händen die ich mir vor’s Gesicht halte lauern.
Eine kleine leise Stimme in mir fordert: Schau‘ ihr in die Augen Kleines! Ich glaube dieser Stimme. Ich schaue vorsichtig über meine Schulter zurück und da sehe ich sie. Gleich mehrere Ängste hüpfen wie Rumpelstilzchen durch die Gegend und schneiden mir Fratzen. Angst vor dem neuen Chemozyklus der heute beginnt, Angst dass mein Tumor zurückkehrt, Angst das die Chemo bleibende Schäden hinterlässt, Angst dass die MS auch noch die Klappe aufreisst und mir Nerven lahmlegt, Angst wie es mit dem Job weitergehen soll, Angst ob ich noch einen Inhalt für mein Leben finde der mich erfüllt statt eine leere Hülle zurückzubehalten, Angst dass 2018 keine schönen Tage für mich bereithält, Angst dass ich wegen meines geschwächten Körpers meine zarten Pläne für 2018 nicht umsetzen kann, Angst irgendwann nur noch im Haus zu sitzen, Angst keinen Sinn mehr für mich im Leben zu finden, Angst nicht mehr glücklich zu werden.


