Pustekuchen! Ich bin immer noch im 5. Zyklus. Diesmal dauert er viel länger, weil meine Blutwerte diesmal sehr, sehr lange im Keller geblieben sind. Zu der Zeit war ich wahnsinnig kaputt, Elan- und MutLos. Und natürlich heisst das auch, der 6. Zyklus startet später, vermutlich dauert er auch länger. Das Ende der Chemo kommt später, Reha kommt später, Urlaub….Pläne….alles später, Konzertteilnahme fraglich. Schei….!
Schon während ich die Tabletten noch eingenommen habe, fühlte ich mich schlechter. Brauchte viel mehr AntikotzTabletten, weil mir immer aus heiterem Himmel übel wurde. War alles ein bis zwei Stufen schwieriger.
Gibt es daran was Gutes? Vielleicht, dass ich endlich verstanden habe, dass ich wirklich schwer krank bin. Das habe ich lange nicht akzeptieren/denken/sagen können. Dachte, stell Dich nicht so an. Du wirst nicht sterben dran. Es gibt Andere, denen geht es viel schlechter. Du kannst doch lachen, leben, Spaß haben, lesen, denken, fühlen, die Sonne auf der Haut spüren, am Leben teilnehmen.
Und doch sind da immer diese Einschränkungen. Wenig Kraft; Unternehmungen, sogar Arztbesuche u.ä. müssen geplant werden. Fatigue und die verschiedenen Körperfunktionen, die nicht „normal“ funktionieren bremsen mich und alle die mein Leben begleiten. Einfach mal Schlittschuh laufen – ist nicht. Spontaner Tagesausflug und am Strand langlaufen. Leider nein. Mein Körper gibt vor, was geht und was nicht. Wo ist die nächste Sitzgelegenheit, wo kann ich mich ausruhen, wo ist das nächste WC? DAS sind die Gedanken, die mich beschäftigen, wenn Freunde uns einladen oder Ideen aufkommen.
Spontanität muß wohl überlegt sein.
Claudio Michele Mancini (*1945)
Und jede Sekunde, Minute, Stunde, jeder neue Tag kann einen MS-Schub bringen. Das nächste MRT kann zeigen, dass der Tumor wieder da ist. Oder er „überrascht“ mich diesmal mit einem epiletischen Anfall. Dann können neue Funktionen an meinem Körper ausfallen. Und ich fange wieder an zukämpfen.
Wer ständig glücklich sein möchte, muss sich oft verändern.
Konfuzius

