Multiple Sklerose

Januar 2000 – da habe ich die Diagnose MS bekommen. Aufgetaucht ist das Schreckgespenst bereits 1999.

Ich war schwanger, ein absolutes Wunschkind und ich habe die Schwangerschaft in vollen Zügen genossen. Die Bewegungen in meinem Bauch und das tolle Gefühl, dass da ein Schatz in mir heranwächst. Ich habe meine Arbeit nicht vermisst und mir in den letzten Wochen wunderschöne Tage für mich gegönnt.

Nur mein linkes Auge „guckte“ komisch. Als ob ich in die Sonne geschaut hätte und geblendet wäre. Noch während der Schwangerschaft habe ich erfahren, dass das eine Sehnerventzündung ist. Als Grund wurden da noch die körperlichen Belastungen der Schwangerschaft vermutet.

Im August kam meine Tochter auf die Welt und hat die Aufmerksamkeit erstmal gänzlich vom Auge abgelenkt. Aber im Winter hat die Sehnerventzündung  wieder Aufmerksamkeit gefordert. Krankenhausbesuch, Sehfeldtests, Liquoruntersuchung und MRT brachten dann die Gewissheit, es ist Muliple Sklerose.

Ein Schock, aber ich glaube, ich habe es nicht wirklich kapiert. Die Ärzte haben mich auf Rebif eingestellt und dann war ich froh, wieder zuhause zu sein. Von meinem damaligen Neurologe kam keine Hilfe. Krankheitsbewältigung o.ä. Fehlanzeige. Kribbeln an Händen oder Füßen haben Unruhe ausgelöst, waren aber meistens bald wieder weg. Wenn ich den Arzt gefragt habe, kam nur die Frage „Wollen Sie ins Krankenhaus?“

So habe ich dann jahrelang gelebt ohne speziell Rücksicht auf die MS. Darüber geredet habe ich auch nicht, bis heute wissen viele meiner alten Kollegen nicht, dass ich MS habe.

2011 war ein recht anstrengendes Jahr, 2012 im Januar kam der nächste Schub und die Fatigue trat in mein Leben. Dort hat sie es sich bis heute gemütlich gemacht und so sehr ich auch dagegen ankämpfe und sie nicht akzeptiere – sie gewinnt immer. Konsequenter Weise habe ich die Teilrente wegen Erwerbsminderung beantragt und auch bekommen.

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