2016 im September hatte ich ein Kontroll-MRT. Die Ärztin kannte ich nicht. Sie hatte vorher kurz mit mir gesprochen, ich fand sie ein wenig seltsam, habe mir aber weiter nichts gedacht. Dachte, einfach machen und gut, habe nichts besonderes erwartet.
Anschließend rief sie mich in Ihr Zimmer, zeigte auf einen Fleck auf den Aufnahmen meines Gehirns und fragte, ob schon mal untersucht worden wäre, was das ist. O-Ton: „Sie haben da was.“. Nach dem sie das nochmals wiederholte wurde ich etwas ungehalten und fragte, was das „was“ ihrer Meinung nach sein könnte. Ich habe keine medizinische Ausbildung, habe leider nicht gelernt, MRTs zu lesen. Hatte nur Schreckgespenster in meinem Kopf – ein Aneurysma oder ein Tumor? Genau diese Möglichkeiten, meinte sie, müssten abgeklärt werden. Da ich in dieser Praxis schon mehrere Male/Jahre war, hatte sie die Bilder der vergangenen 5 Jahre vorliegen und stellte fest, das das „was“ auch dort bereits auftauchte. Und ob ich noch ältere Bilder hätte.
Als ich raus war aus der Praxis, war ich eigentlich nur sauer und dachte, die hat sie nicht mehr alle. Habe mir zuhause die ganz alten Bilder von 1999 angeschaut – noch auf Röntgenpapier – und habe den Fleck dort gleich wiedergesehen.
Meine Neurologin hat ein paar Tage später den Bericht bekommen und mir geraten, die alten Bilder an die Radiologin zu senden. Gesagt, getan…hat alles etwas gedauert….irgendwann kam dann der Anruf meiner Neurologin. Es besteht der Verdacht, das ein Tumor in meinem Kopf ist.
Erst zu diesem Zeitpunkt hat es mir die Füße unterm Hintern weggezogen. Ein unbeschraubliches Chaos aus Gefühlen und Gedanken, die auf mich eingestürzt sind. Ich habe heftige Ängste bekommen und viel geweint.
Mein Mann hat dann das Ruder übernommen und für den nächsten Tag einen Termin in der Neurochirurgie des UKE Hamburg verinbart. Gleich ganz früh am Morgen. Der diensthabende Assitenzarzt bestätigte den Verdacht und war sich sehr sicher, dass wir von einem Tumor sprechen. Er empfahl eine Biopsie. Sein Oberarzt befürwortete später, den Tumor gleich soweit als möglich zu entfernen. Das sei ein Eingriff weniger (wenn mann den Tumor letztendlich doch entfernen muss) und sie würden mehr Gewebe zur Untersuchung erhalten. Bei einer Biopsie bestehe die Gefahr, zu wenig Zellen des Tumors zu entnehmen und so einen falschen Tumortyp zu diagnostizieren.
Für meine Entscheidung wollte ich mich keinesfalls auf eine Meinung verlassen, deshalb habe ich mir einen Termin in einer süddeutschen Uniklinik geholt. Den Arzt hat mir meine Neurologin ans Herz gelegt und ich hatte ein gutes Gefühl als ich ihn kennenlernte. Er bestätigte die Meinung der Hamburger Chirurgen und riet ebenfalls zur OP. Er tippte, es sei ein Astrozytom. Da ich in der Vergangenheit schlechte persönliche Erfahrungen mit dem UKE gemacht habe, war ich anfangs nicht begeistert von dem Gedanken, meinen Kopf dort aufsägen zu lassen. Deshalb sicherte mir der Chirurg zu, er würde die OP auf meinen Wunsch auch übernehmen. Ich musste mich nur noch entscheiden, was mir wichtiger war. Die Nähe der Familie und zu meinem Zuhause oder das gute Gefühl zum Arzt.

