Aus dem Lot

Ich fühle mich völlig aus den Fugen geraten. Wie ein Bild, das 2 neue Ecken bekommen hat und nun nicht mehr in seinen Bilderrahmen passt. Das letzte Puzzleteil, das aber die falsche Form hat.

Ich höre den anderen zu und verstehe ihre Sprache nicht. Ich kann keinen Sinn erkennen in den Dingen, die den Alltag bilden sollen. Wozu abwaschen, wozu staubsaugen, arbeiten? Ich spüre meine Lebenszeit schrumpfen. Wo ist der Sinn, sie mit solchen Dingen zu verbringen. Lieber sollte ich malen, lesen, mich vergnügen, eine Massage genießen, am Meer sitzen mit einem Aperol Sprizz in der Hand…..

Ich schaue meine Familie an und habe einfach nicht mehr das Gefühl dazu zugehören. Das tut weh. Aber manchmal möchte ich am liebsten alleine sein. Ich habe einfach keine Zeit für andere und anderes. Ich habe noch nicht alle Gedanken zu Ende gedacht. Ich muss noch Klavier spielen lernen. Ich möchte noch lernen, den Verstand auszuschalten, um ein schönes Bild zu malen. Ich möchte nicht diskutieren, wo der Schrank oder die Kerze besser stehen. Ich möchte mir keine Gedanken machen, was man die nächsten Tage kochen könnte. Jetzt gerade erledige ich noch viel zu viele Dinge, die sich wie eine Verschwendung meiner Lebenszeit anfühlen. Und dann fürchte ich, wird sie auf einmal vorbei sein und ich denke „eines Tages Baby….“